Mit Solarstrom Betriebskosten senken: Walter Solar beim UnternehmerTREFF digital der WiRO

20.10.2026

Wie können Unternehmen ihre Energiekosten mit Photovoltaik, Batteriespeichern und einem hohen Eigenverbrauch nachhaltig senken? Und was bedeuten das geplante EEG 2027, negative Strompreise und zunehmende Abregelungen für zukünftige PV Projekte?

Diesen Fragen widmeten sich Wolfgang Walter und Klaus Joas von Walter Solar am 24. September 2026 beim UnternehmerTREFF digital der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Region Ostwürttemberg, kurz WiRO.

Gemeinsam mit den teilnehmenden Unternehmen wurde dabei nicht nur auf die aktuelle Entwicklung des Energiemarktes geblickt. Im Mittelpunkt stand vor allem die Frage, wie Photovoltaikanlagen heute geplant werden müssen, damit sie auch unter zukünftigen Rahmenbedingungen wirtschaftlich funktionieren.

Weg vom reinen Einspeisen, hin zur Eigenstromversorgung

Die Zeiten, in denen die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage hauptsächlich über die Einspeisevergütung bestimmt wurde, verändern sich zunehmend.

Für Unternehmen wird deshalb immer entscheidender, möglichst viel des erzeugten Solarstroms direkt selbst zu nutzen.

Wolfgang Walter erläuterte während der Veranstaltung:

„Eine Anlage muss zum tatsächlichen Strombedarf des Betriebs passen. Deshalb prüfen wir zunächst die Verbrauchsdaten und vergleichen anschließend verschiedene Lösungen.“

Die maximale Dachfläche allein bestimmt somit nicht automatisch die optimale Anlagengröße. Entscheidend sind unter anderem der Lastgang des Unternehmens, die vorhandene Elektroinfrastruktur, die Stromkosten sowie zukünftige Veränderungen des Energiebedarfs.

Auch zusätzliche Verbraucher sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Dazu zählen beispielsweise Klimatisierung, Wärmepumpen, Produktionsanlagen oder die zunehmende Elektrifizierung des Fuhrparks.

Screenshot vom Seminar bei der WIRO mit Nadine Kaiser über Teams und mit Wolfgang Walter und Klaus Joas von Walter Solar

PV Anlage und Speicher müssen zum Lastgang passen

Anhand eines konkreten Praxisbeispiels zeigte Walter Solar, welchen Einfluss eine passende Systemauslegung auf die Wirtschaftlichkeit haben kann.

Betrachtet wurde eine gewerbliche Photovoltaikanlage mit rund 376 kWp sowie einem Batteriespeicher von etwa 400 kWh. Durch die Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch konnte in der Modellrechnung ein Eigenverbrauch von mehr als 81 Prozent erreicht werden.

Klaus Joas betonte:

„Für die Wirtschaftlichkeit zählt nicht allein, wie viel Strom eine Anlage erzeugt. Entscheidend ist auch, wie viel davon direkt im Betrieb genutzt werden kann.“

Gerade Batteriespeicher gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Neben der Erhöhung des Eigenverbrauchs können sie zukünftig weitere Aufgaben übernehmen, beispielsweise Lastspitzen reduzieren, Stromüberschüsse zeitlich verschieben oder auf Preissignale des Strommarktes reagieren.

EEG 2027 und negative Strompreise verändern die Spielregeln

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die geplante Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes.

Diskutiert wurden mögliche Veränderungen bei Einspeisevergütung, Direktvermarktung und Netzanschluss sowie die zunehmende Bedeutung negativer Strompreise.

Dabei wurde zwischen zwei grundsätzlich unterschiedlichen Formen der Abregelung unterschieden.

Bei einer marktseitigen beziehungsweise kaufmännischen Reaktion auf negative Strompreise kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, die Einspeisung gezielt zu reduzieren.

Anders sieht es bei technischen Abregelungen durch den Netzbetreiber aus. Hier kann die tatsächliche Erzeugungsleistung einer Anlage aufgrund von Netzengpässen reduziert werden. Dies kann nicht nur die Einspeisung betreffen, sondern unter Umständen auch den Eigenverbrauch oder die Speicherbewirtschaftung beeinflussen.

Praxisbeispiele aus bestehenden Anlagen zeigten, dass diese Themen bereits heute relevant sind.

Photovoltaik wird Teil eines gesamten Energiesystems

Die zentrale Botschaft des UnternehmerTREFFs lautete deshalb:

Eine moderne PV Anlage sollte nicht isoliert betrachtet werden.

Photovoltaik, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur, Wärmeversorgung und weitere flexible Verbraucher müssen gemeinsam geplant werden.

Aus einer klassischen PV Anlage wird damit zunehmend ein betriebliches Energiesystem, dessen Ziel nicht die maximale Einspeisung, sondern die möglichst wirtschaftliche Nutzung der selbst erzeugten Energie ist.

Wirtschaftlichkeit bleibt entscheidend

Neben technischen Aspekten wurden deshalb auch Finanzierung und steuerliche Rahmenbedingungen betrachtet.

Anhand konkreter Wirtschaftlichkeitsberechnungen wurde gezeigt, welchen Einfluss Eigenverbrauch, Strompreis, Finanzierung und Abschreibungsmöglichkeiten auf die Rentabilität eines Projekts haben können.

Damit wurde deutlich: Auch unter veränderten Rahmenbedingungen kann Photovoltaik für Unternehmen weiterhin wirtschaftlich attraktiv sein. Voraussetzung ist jedoch eine individuelle Planung auf Basis realer Verbrauchsdaten und der zukünftigen Entwicklung des Betriebs.

Vielen Dank an die WiRO

Wir bedanken uns bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Region Ostwürttemberg und insbesondere bei Geschäftsführerin Nadine Kaiser für die Organisation und die Möglichkeit zum Austausch mit den Unternehmen aus der Region. Pressemitteilung unter:

https://www.ostwuerttemberg.de/mediathek/presse/details/unternehmertreff-digital-mit-solarstrom-betriebskosten-senken

Ebenso bedanken wir uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das Interesse und die anschließende Diskussion.

Denn eines wurde während der Veranstaltung deutlich:

Die Energiewelt verändert sich. Photovoltaik bleibt dabei ein wichtiger Baustein, aber die passende Lösung wird zunehmend individueller.