Volles Haus beim 8. Energieforum: Über 100 Gäste kamen am 23. September zur Koch Auto.Gruppe nach Ellwangen, um sich mit uns und Hans-Josef Fell der Frage zu widmen, wie Photovoltaik, Speicher und Elektromobilität zusammenwachsen. Diskutiert wurde bis spät in die Nacht.

Hans-Josef Fell: Energiesicherheit gibt es nur mit heimischen Erneuerbaren
Hans-Josef Fell, Mitbegründer des EEG und Präsident der Energy Watch Group, eröffnete den Abend mit einem Blick auf die großen Linien: Wer Erdöl und Erdgas importiert, finanziert Krisen mit und zahlt sie an der Zapfsäule gleich noch einmal. Sonne und Wind dagegen kennen keine Lieferengpässe und keine Preisschocks. Dass Deutschlands Strompreise trotz Irankrieg stabil geblieben sind, führte Fell direkt auf den Ausbau von Wind und Sonne zurück. Am eindrucksvollsten war sein persönliches Beispiel: Sein Haus versorgt sich seit Dezember 2020 zu jeder Stunde des Jahres selbst mit Strom, Wärme und Fahrstrom, zwei E-Autos laden bidirektional, ein Pflanzenöl-BHKW deckt den Winter. Stromrechnung: keine.
Walter Solar: Das E-Auto macht die PV-Anlage besonders wirtschaftlich
Wolfgang Walter ordnete die Energiewelt 2027 ein: Wegfall der Einspeisevergütung, Einspeisebegrenzung und Direktvermarktungspflicht verändern die Spielregeln grundlegend. Klaus Joas rechnete anschließend an einem realen Einfamilienhaus durch, was das bedeutet. Das Ergebnis: Eine reine PV-Anlage amortisiert sich nach EEG 2027 rund fünf Jahre später als heute. Erst durch die Kombination mit einem E-Auto und Speicher schrumpft dieser Nachteil auf noch wenige Monate. Und es zeigt sich: Gut 75 Prozent niedrigeren Energiekosten pro gefahrenen Kilometer gegenüber dem Verbrenner. Wer seinen Strom selbst verbraucht, den trifft das neue EEG kaum. Das E-Auto ist dafür mit der beste Verbraucher, den man haben kann.

Koch Auto.Gruppe: Die Nachfrage ist riesig
Aus Sicht des Autohauses berichtete Christof Herzog von Koch Auto.Gruppe über die aktuelle Modelloffensive des VW-Konzerns. Beeindruckend, wie breit das E-Angebot inzwischen ist: Übrigens ID.4 und ID.5 werden unter anderem durch den ID.Tiguan abgelöst. Die Nachfrage übersteigt derzeit das Angebot deutlich.
Podiumsdiskussion: Bidirektionales Laden auf jeder zweiten Karte
In der anschließenden Diskussion drehte sich fast jede zweite Frage um bidirektionales Laden: Wie funktioniert es, welche Fahrzeuge können es, was braucht die Wallbox? Unsere Antwort: Wir planen heute schon zukunftssicher. Die von uns neu eingesetzte Ladehardware ist für standardisiertes bidirektionales Laden (V2X) und die Plug-&-Charge-Authentifizierung nach ISO 15118-20 vorbereitet und kompatibel mit der nächsten Fahrzeuggeneration. Hier zeigte Herr Herzog auf, dass die neuen Modelle von VW bereits V2X können.

Unser Fazit des Abends: Die Energiewende ist nicht gescheitert, sie ist nur schwieriger geworden. Die Technik ist da, die Spielregeln ändern sich und die optimale PV-Anlage ist ab 2027 kein Einzelbauteil mehr, sondern ein abgestimmtes Energiesystem aus Dach, Speicher und Garage.
Vielen Dank an alle Gäste, an Hans-Josef Fell, Christof Herzog und Andreas Kopp für die Moderation.
Mehr zum EEG 2027 unter www.walter-solar.de/fachwissen.
