Ohne Investition

Ab dem 01.01.2014 werden nur noch 90 % des durch Photovoltaikanlagen produzierten Stroms mit der Einspeisevergütung nach § 32 EEG vergütet. Die restlichen 10 % müssen entweder selbst Vorort verbraucht oder am Markt verkauft werden.
Mit folgenden Modellen ist ein lukrativer Betrieb von Photovoltaikanlagen weiterhin möglich.

Anlagen-Pachtkonzept

Bei einer Eigenstromnutzung muss gemäß § 37 EEG keine EEG-Umlage abgeführt werden. Allerdings müssen in diesem Fall der PV-Anlagenbetreiber und der Stromletztverbraucher identisch sein.

Bei dem von uns entwickelten Pachtmodell soll das Eigentum an der Anlage beim Investor bleiben. Der Grundstückseigentümer gestattet dem Investor, die PV-Anlage auf dem Dach zu bauen. Der Gebäudenutzer (oft identisch mit dem Grundstückseigentümer) mietet die komplette Photovoltaikanlage und nutzt diese für den Eigenverbrauch. Dadurch erhält der Gebäudenutzer die Betreibereigenschaft für die Photovoltaikanlage. Der Überschuss, der nicht selbst verbraucht werden kann, wird zugunsten des Gebäudenutzers in das öffentliche Netz gespeist.

Der Gebäudenutzer bezahlt dem Anlageneigentümer eine Miete für die Nutzung der Photovoltaikanlage. Die Miethöhe beträgt einen prozentualen Anteil aus den Gesamteinnahmen der PV-Anlage (Ersparnis und EEG-Erlös). Bei der Mietberechnung wird auf ein ausgewogenes Vorteilsverhältnis zwischen beiden Parteien geachtet.

Stromverkaufskonzept

Bei einem herkömmlichen Pachtmodell betreibt der Investor die PV-Anlage und bezahlt eine Pacht für die Nutzung des Daches an den Grundstückseigentümer. Um die 10 % des nicht vergüteten Stroms zu vermarkten, kann er diesen an den Grundstückseigentümer oder einen Dritten als Gebäudenutzer verkaufen. Allerdings muss hier die verminderte EEG-Umlage (5,277 ct/kWh – 2 ct/kWh = 3,277 ct/kWh) an den Übertragungsnetzbetreiber abgeführt werden.

Es sind hier einige Formalien zu beachten. Der Anlagenbetreiber muss sich beim gemeinsamen Portal der 4 Übertragungsnetzbetreiber registrieren und die relevanten Daten zur PV-Anlage angeben. Ferner wird eine monatsgenaue Prognose des vom Anlagenbetreiber an den Gebäudenutzer gelieferten Stroms gefordert. Die verminderte EEG-Umlage ist entsprechend dieser Prognose monatlich in Form von Abschlägen zu bezahlen. Die Endabrechnung erfolgt am Jahresende.

Der Anlagenbetreiber wird Energieversorger im Sinne des EnWG und muss die Rechnungen entsprechend den Grundsätzen des § 40 und des § 42 EnWG stellen.

Fazit

Durch die Pflicht zur Abführung der EEG-Umlage verringert sich die Wirtschaftlichkeit beim Stromverkauf über das Grünstromprivileg deutlich. Weiterhin ist bei der laufenden Umsetzung der Verwaltungsaufwand hinsichtlich der Rechnungstellung an den Grundstückseigentümer und der Abführung der EEG-Umlage zu beachten. Das Pachtkonzept mit Eigenstromnutzung ist wesentlich wirtschaftlicher als der Stromverkauf mit Grünstromprivileg. Jedoch ist hier eine sehr individuelle Vertragsgestaltung notwendig.