Nächster Meilenstein für das PV-Projekt bei Alfing Kessler – Gemeinderat bringt Photovoltaik auf den Weg

Steigende Umsätze, mehr Mitarbeiter und Investition in Photovoltaik: Wie die Maschinenfabrik Alfing Kessler GmbH die Zukunft angehen will und wie die Stadt hierfür die Wege ebnet.

Ein Artikel von Martin Simon (Schwäbische Post)

Aalen-Wasseralfingen

Die Wirtschaft schwächelt, da kommen gute Nachrichten der Maschinenfabrik (Mafa) Alfing Kessler GmbH gerade recht. Wie CFO Hannes Zambaldi im ATUS berichtete, ist das Unternehmen auf Wachstumskurs und freut sich über volle Auftragsbücher. Und dies, obwohl die Mafa die insolventen Unternehmen AMT und AKS übernommen hat.

Das Alfing-Werksgelände aus der Luft betrachtet. Die beiden Kreise markieren die Flächen, wo die Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen geplant sind. © Stadt Aalen

Das Alfing-Werksgelände aus der Luft betrachtet. Die beiden Kreise markieren die Flächen, wo die Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen geplant sind. © Stadt Aalen

Umsatz fast verdoppelt

Bis 2030 soll der Umsatz auf rund 550 Millionen Euro steigen. Damit hätte Alfing seinen Umsatz in den vergangenen 15 Jahren fast verdoppelt. Bis Ende 2026 sollen dort 1600 Menschen beschäftigt sein, die Zahl soll mittelfristig auf 2000 Köpfe steigen, inklusive China, wo bereits 250 Mitarbeiter für Alfing tätig sind. Das Unternehmen hat den Turnaround geschafft, sei nicht nur bei Kurbelwellen, sondern auf 16 verschiedenen Märkten erfolgreich, berichtete Zambaldi.

Photovoltaikpläne überzeugen

Erschienen war der Alfing-Finanzchef im Gemeinderatsausschuss, weil das Unternehmen nun nordöstlich und südwestlich des Betriebes jeweils eine Freiflächen-Photovoltaikanlage plant.

Die Mafa ist eines der größten Unternehmen und zweitgrößter Energieverbraucher Aalens. Am Standort Wasseralfingen wird jährlich ein Energiebedarf von 135.000 MWh Erdgas und 65.000 MWh Strom registriert, was zu einem CO₂-Ausstoß von etwa 48.000 Tonnen führt. Bei der Mafa Alfing Kessler GmbH besteht sowohl werktags als auch am Wochenende eine hohe Grundlast, was den Energieverbrauch angeht.

Alfing will die teuren Stromkosten senken, mehr Autarkie gewinnen und klimaneutraler produzieren können.

Daher sollen auf allen Dächern, auf denen es statisch möglich ist, PV-Anlagen installiert werden. Im ersten Schritt sollen etwa 30.000 Quadratmeter Dachfläche auf den drei größten Hallen für PV genutzt werden. Die Inbetriebnahme ist für Mai 2027 geplant. Im zweiten Schritt sollen weitere etwa 30.000 Quadratmeter Dachflächen für PV genutzt werden.

Doch die Dächer allein reichen nicht, weshalb Alfing zudem PV-Anlagen auf Freiflächen errichten will.

Die Dächer allein reichen nicht

Eine Freiflächen-PV-Anlage ist für das etwa 4,56 Hektar große Areal Salchenfeld zwischen Erzweg und Sportplatz und Freibad geplant. Die zweite anvisierte Fläche liegt südwestlich des Werkes und hat rund 5,5 Hektar. Dieses Gelände ist aber verpachtet und wird landwirtschaftlich genutzt.

Für solche Projekte muss ein Bebauungsplan her und der Flächennutzungsplan geändert werden. Start hierzu ist der Aufstellungsbeschluss. Mehrheitlich wurde der in der Sitzung des ATUS auch gefasst. Die AfD stimmte dagegen.

Keine Agri-PV-Anlage

Eine Agri-PV-Anlage, eine Anlage also, bei der gleichzeitig Strom gewonnen und landwirtschaftliche Produkte erzeugt werden, sei hier nicht machbar, denn um dieselbe Menge Strom zu erzeugen wären statt der nun anvisierten zehn Hektar für die beiden Teilflächen etwa 20 Hektar nötig. Dieses Land stehe aber nicht zur Verfügung, ohne in Konflikt mit anderen Nutzungsansprüchen zu geraten, erläuterte Wolfgang Walter, Chef der Firma Walter Solar in Ellwangen, die das Vorhaben für Alfing umsetzt.

Freiflächen- und Dachanlagen könnten Alfing 23 Prozent des benötigten Stroms regenerativ liefern. Die erzeugte Energie werde im Betrieb verbraucht. Die Mafa könne so rund 8300 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen, sagte Jochen Neubauer von Alfing.

Einigung mit Landwirt fehlt noch

Wasseralfingens Ortsvorsteher Josef A. Fuchs (CDU) bekannte sich bei den Alfing-Vertretern, dass alle Anregungen des Ortschaftsrates in die Planung aufgenommen wurden. Er bat darum, eine gütliche Einigung mit dem betroffenen Landwirt zu erzielen. Der habe investiert und Fördermittel erhalten. Müsse er nun verkleinern, müsse er wohl auch Zuschüsse zurückerstatten. Vielleicht sei ja ein Flächentausch möglich, sagte Fuchs.

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